Ist Wachsen und Weichen alternativlos?

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Ja, solange wir der Wachstumsökonomie folgen, war das Fazit beim  Aschermitt-wochgespräch 2017: Einladung_AM_ 2017 Der Gesprächspartner Prof. Niko Paech forscht für die Postwachstumsökonomie in den Fächern Wachstumskritik, Wachstumszwänge und der Angebots- und Nachfrageseite. Als Wachstumskritiker sieht er neben den ökologischen Grenzen und … Weiterlesen

Bäuerlich – Marketingstrategie oder nachhaltige Lebensform?

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Obwohl das höflich als Strukturwandel umschriebene Bauernsterben ungebremst weitergeht, sind Gegenmodelle so selten wie das Schaltjahr. Deshalb haben wir beim Aschermittwochsgespräch 2016 die Bäuerliche Ökonomie als Modell für Nach-haltigkeit mit Dr. Josef Hoppichler von der Bundesanstalt für Bergbauernfragen in Wien zum … Weiterlesen

An technische Wunder oder an seine eigenen Möglichkeiten glauben?

Wachsen mit immer mehr Hightec gilt in Agrarwissenschaft,  Fachmedien und Politik als alternativlos. Diese Form von Landwirtschaft ist Grundlage für die Just in Tim-Versorgung durch unsere Supermärkte. Ist dieses Versorgungssystem aber sicher und damit nachhaltig, wenn Energie und Rohstoffe teurer werden, Wetterkapriolen zunehmen und die Gesellschaft das wachstumsorientierte Agrarsystem immer weniger toleriert?

Mit dieser Frage setzte sich die junge Autorin des Buches „Einfach mal anfangen – Resilienz am Beispiel einer zukunftsfähigen Landwirtschaft“ Christine Hubenthal bei unserem Aschermittwochsgepräch 2015 auseinander. Mehr über ihr Buch unter: https://www.oekom.de/nc/buecher/gesamtprogramm/buch/einfach-mal-anfangen.html

Sie nahm das Publikum mit auf  eine Zeitreise ins Jahr 2099, eine Zeit, in der unser moderner Versorgungstil gegenüber den zu erwartenden Krisen immer weniger  widerstandsfähig sein wird. Und sie räumte auf mit dem Glauben, dass mit z.B. Bio bei Aldi Krisen mit sog. grünem Wachstum abzuwenden seien.

Im Zentrum Christine Hubenthal’s Vorstellungen steht die Frage, wie wir als Alternative zur nicht nachhaltigen Supermarktwelt regionale Versorgung als echte Nachhaltigkeit einüben können. Die  nicht aus der Landwirtschaft stammende, studierte und gelernte Landwirtin hat dazu die Vorstellungen des Postwachstumsökonomen Niko Peach für eine zukunftsfähige Versorgung übersetzt. Dabei geht es ihr nicht um Rezepte, sondern um Perspektiven in eine nachhaltige Zukunft. Die sieht sie bei den Pionieren des Ökolandbaues und in weltweiten Trend des urban gardening und den Modellen solidarischer Landwirtschaft (CSA).

Wenn Christine Hubenthal in ihrem Buchtitel auffordert, einfach mal anzufangen, geht es ihr darum, einen nachhaltigen Lebensstil einzuüben. Dazu bieten unsere Schwarz-waldhöfe vielerlei Gelegenheiten. Wer aber abwartet, unterstützt die Kräfte des nicht nachhaltigen alten Marktes, die solche Perspektiven zum Werbegag zu machen, ohne dass sich was ändert.

LeiT-bild oder LeiD-bild

ist das Fazit unseres Aschermittwochsgesprächs 2014 mit dem sächsischen Publizisten und Gärtner Michael Beleites. Mit der Frage Leitbild Schweiz oder Kasachstan macht er deutlich, dass das  industrielle Leitbild des größer – schneller – weiter, dem der Kommunismus den Boden bereitet hat, die Landschaft Richtung kasachischer Steppe verändert. Schlimmer noch ist der Bruch mit der gewachsenen Tradition, der die Landwirtschaft für Bauern und Gesellschaft zum Leid-bild macht. Die Menschen dafür zu kritisieren bringe nichts, wir müssen dieses System in Frage stellen und diese

Wettbewerbslogik überdenken!

Was im ehemals sozialistischen Osten unter ideologischem Zwang von oben durchgesetzt wurde, läuft heute im Westen unter dem Begriff Strukturwandel in dieselbe Richtung. Eine Triebkraft sind die flächen-gebundenen Direktzahlungen, die Wachstum belohnen und billige Nahrung zum Ziel haben. So wird auch Bio industrialisiert und zur standardisierten Massenware. Ertragsschwache Standorte wie im Schwarzwald dienen als Naturschutzalibi, wobei übersehen wird, dass mit der traditionellen Nutzung auch die Arten schwinden.

Das Leitbild für eine postindustrielle Entwicklung

ist die ökologische Kreislaufwirtschaft und regionale Versorgungssouveränität mit Nahrung und Energie. Kreative Initiativen wie Permakultur und Gärtnerhöfe wirken als Denkwerkstätten und setzen auf Kooperation statt Wettbewerb. Langsamer – bunter - schöner ist das neue Lebensprinzip. So gesehen sind Bauernhöfe nicht von gestern, sondern in ihrem Zusammenhang von Wohnen und Arbeiten der industriellen Zeit voraus.

Das Buch von Michael Beleites Leitbild Schweiz oder Kasachstan ist unter Kontakte  erhältlich.

Mehr: Aktuelles_05.04.14 sowie

Leitbild Schweiz oder Kasachstan?

Diese Frage ist Thema unseres 15. Aschermittwochgesprächs am 5. März 2014 um 20 Uhr im Brigachhaus in St.Georgen-Brigach.

Der Publizist und Gärtner Michael Beleites aus Sachsen erklärt an Hand seiner eigenen Erfahrungen, warum das Dorf Dorf und der Bauer Bauer bleiben muss. Er klärt auf, warum es die deutsche Einheit in der Landwirtschaft noch nicht gibt und wie dieser Zwiespalt die Agrarpolitik beeinflusst.

Er hat im gleichnamigen Buch die Frage bearbeitet, ob unser Nachbar Schweiz mit seiner kleinräumigen und demokratischen Struktur oder Kasachstan, wo wenige Agrarunternehmen mit zigtausend ha 99% der einstigen Steppe bewirtschaften, unser Leitbild in die Zukunft sein soll.