Weiden nach der Dürre

Wir haben ein ungewohnt trockenes Jahr hinter uns. Deshalb haben wir uns am 25. Oktober zu einem Erfahrungsaustausch getroffen. Um zu hinterfragen, ob das naturgemäße und kostengünstige Weiden durch die zunehmenden Dürreperioden in Frage gestellt wird. Im Rundgespräch wurde bestätigt, dass in diesem Jahr im Schwarz-wald im Mittel ein Drittel Futter weniger gewachsen ist. Vielerorts waren die Weidetiere  im Hochsommer nicht mehr auf der Weide voll zu ernähren. Allerdings mit großen Unterschieden. Nicht nur wegen der nur lokalen Gewitter, sondern auch weil Talauen und schattige Lagen bei der Hitze weniger schnell austrockneten als die Sommerberge. IMG_6693Und bei genauerer Beobachtung fiel auch auf, dass gute Dauerweiden länger grün blieben als gemähte Flächen.

Das Wetterrisiko hat man in den letzten Jahr-zehnten geglaubt mit technischer Schlagkraft im Griff zu haben. Doch Wetterextreme wie die zweite große Dürre in diesem Jahrhundert sind weder voraus zu sehen, noch mit Technik oder Ausgleichszahlungen zu überwinden. Denn der gewohnte relativ gleichmäßige Wachstumsverlauf beginnt infolge der Klimaerwärmung immer früher und wird mit der Zunahme von Sommertagen über 25 oder gar 30 Grad ungleichmäßiger. Deshalb müssen wir Gewohnheiten der Weideführung als auch der frühen und häufigen Mäh-nutzung überdenken und anpassen. Oberziel muss sein Grünland immergrün halten. IMG_6797Denn nur unter grünen Grasnarben bleibt das Bodenleben mit seiner Regenerations-kraft und Klimaregulation aktiv. Das bewiesen dichte Weidenarben, die länger grün blieben und allein mit der Taubildung im Spätsommer sich wieder schneller regeneriert haben als die lückigeren Mähflächen. Es ist also nicht nur eine Frage von Schnitttiefen oder Weidehöhen in cm, sondern es ist wohl sie Bestockung der Gräser, die durch ständiges Beweiden gefördert wird.

Damit Weiden und Wiesen gegen Wetterkapriolen widerstandsfähiger oder neudeutsch resilienter werden, stehen wir vor folgenden Herausforderungen:                                                                                                                                                  1. Unsere Wirtschaftsweise muss flexibler werden gegenüber wechselnden Wuchsbedingungen.    .

2. Reserven werden wichtiger, sowohl als Futtervorräte, als auch in Form der Reservestoffbildung der Weidepflanzen sowie auch der Weidetiere.

3. Kleinklimatische Unterschiede werden größer und sollten durch differenzierte Bewirtschaftung genutzt und z.B. durch Agroforstelemente gefördert werden.

Diesen Herausforderungen werden wir uns im nächsten Jahr erneut widmen.

Ernte und Kapitalismus

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was haben sie mit einander zur tun? Dieser Frage galt unser Erntedankgespräch am 27. September 2018 mit der Wirtschaftskorrespontentin Ulrike Herrmann von der Berliner Tageszeitung TAZ. Wird doch die Ernte im kapitalistischen Wohlstandsrausch kaum noch wahrgenommen, wie die Dürre in diesem ungewöhnlich heißen Sommer offenbarte. Aus … Weiterlesen