Unsere Werte

Schwarzwaldhöfe zieren Kalenderbilder, Tourismus- und andere Prospekte. Doch was ist es, was Menschen an dieser Landschaft so fasziniert? Wo doch immer mehr dieser idyllischen Schwarzwaldhöfe nicht mehr bewirtschaftet werden und andere hinter modernen Bauten verschwinden?

Werte entstehen, wenn aus vorhandenen Gütern höhere (Geld-) Werte entstehen. Das vorhandene Gut der Schwarzwaldbauern war das Land, das ihnen die mittelalterlichen Siedlungsklöster als Lehen in Form von akkuraten Landstreifen quer durchs Tal  überlassen haben. Um auf diesem Land überleben zu können, haben unzählige Generationen dieses Land gerodet und kultiviert, weshalb wir unsere  Landschaft heute Kulturlandschaft nennen. Diese Kultur der Landschaft verlor mit dem Wirtschaftswunder nach dem zweiten Weltkrieg an Wert. Als Erster wies vor 50 Jahren der Agrarkommissar der EWG, Sicco Mansholt, bei seinem Besuch im Schwarzwald darauf hin: „Im Jahr 2000 werde es hier keine Landwirtschaft mehr geben, weil sie im Gemeinsamen Markt mit Gunstlagen nicht konkurrieren kann“. Zwar ist sein Szenario nicht eingetreten, doch seit dem Zerfall des Sozialismus im Osten und dem globalen Freihandel nähern wir uns diesem Szenario.  beschleunigt sich jedoch die Entwicklung in diese Richtung.

Diese Entwicklung hat den Wert der Landwirtschat auf Marktproduktion reduziert.  Dennoch halten viele Familien an ihren Höfen fest. Manche wegen der politischen Förderung, die schon 1975 mit dem  Bergbauernprogramm begonnen hat und in der Landwirtschaft heute fast überall über Gewinn oder Verlust entscheidet. Andere wegen der Faszination an der Landtechnik. Dritte wegen der Kombination mit Tourismus. Wir meinen, dass das Leben auf einem Schwarzwaldhof ein Wert an sich ist:

  • Heimat von Bauernfamilien, oft über Generationen
  • Eigentum, das bindet und Identität stiftet
  • Hof als lebendiger Organismus von Familie, Boden, Pflanzen und Tieren
  • Leben, wo andere gerne Urlaub machen 

So greift aus unserer Sicht die übliche agrarpolitische Debatte zu kurz. Denn die anders Seite der Medaille Schwarzwaldhof besitzt Werte, die gefragter denn je sind:

  • Lebensform, wo Familie und Beruf beisammen sein können
  • Bodenhaftung im Rhythmus der Jahreszeiten
  • Platz zum eigenständigen Gestalten und Selbstverwirklichung 
  • Versicherung für Krisenzeiten, sich selbstzut  versorgen zu können

So gesehen können Schwarzwaldhöfe Labore für zukunftsfähiges, das die Krisen von Klima, Finanzen und wachsender Ungleichheit verlangen. Deshalb besinnen wir uns auf die urbäuerlichen Werte, wie sie der Weltagrarbericht vor 10 Jahren definiert hat:   

  • Ernährungssouveränität statt Produktion für den Weltmarkt
  • Agrarökologisches Wirtschaften statt nur Ökostandards erfüllen
  • Multifunktion für Leben und Landschaft anstelle Monokulturen
  • Klein als herrliche Lebensform statt Überforderung durch Größe