Forumproschwarzwaldbauern

Herzlich willkommen

auf unserer Plattform. Schön dass Sie sich für die Zukunft des Schwarzwaldes mit seinen Bauern interessieren.

Unser Motto ist:

Kulturwandel statt Strukturwandel!

Denn mit dem Strukturwandel der letzten Jahrzehnte schwindet nicht nur die Idylle unserer weltbekannten Kulturlandschaft. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die letzten Schwarzwaldbauern weichen, wie es sich in immer ,mehr Tälern zeigt. Die folgende Darstellung der Landnutzung in einer repräsentativen Gemeinde im Hochschwarzwald zeigt wie die Zahl der Höfe schwindet und nur Siedlungsflächen sowie die im Volksmund wildes Feld genannten Weidberge in Form von Schutz- und Pfleggebieten zunehmen:

Dieser Grafik über den Wandel der Landnutzung in den letzten 250 Jahren, zeigt zwei Kipppunkte unserer Aggrkultur:

Um 1800 war der Schwarzwald weitgehend abgeholzt. Holz wurde mit Beginn der Industrialisierung durch Kohle ersetzt. Die vom Holz und Holzgewerbe lebende Bevölkerung stand vor der Herausforderung: Auswandern oder neue Tätigkeiten finden. So wurden viele der großen Urhöfe aufgeteilt, um Nachkommen auf eigenen Hofstellen sich selbst versorgen zu können und in Verbindung mit neuen Handwerken eine Existenz zu finden. Viele Hofnahmen wie z.B. Wagner sind Zeugen dieser Zuname der Höfe. Gleichzeitig wurde in den Tälern nach dem Vorbild der Sägemühlen die Wasserkraft zur Antriebskraft der ersten Manufakturen. Mit diesen Anfängen der Industrialisierung wuchs die lokale Nachfrage nach Lebensmitteln. Um sie zu befriedigen, wurden die Wildes Feld genannten Weidberge urbar gemacht als Äcker und Mähwiesen. Die dafür weniger günstigen Lagen wurden in Verbindung mit den neuen Waldgesetzen aufgeforstet.

Mit dem Wirtschaftswunder nach dem zweiten Weltkrieg kippte diese Entwicklung. Mit der Mobilität und dem freien Markt verlor die regionale Versorgung ihren Wert. Die Arbeitskräfte wanderten vom Land in die Industrie. Die Landwirtschaft musste Arbeitskräfte durch Maschinen ersetzen. Der Kapitalbedarf dazu zwang zu Rationalisierung. Das höflich Strukturwandel genannte Wachsen und Weichen begann. Supermärkte mit internationalem Angebot übernahmen die lokale Versorgung. Der Strukturwandel zwang zur Spezialisierung, die die Landschaft monotoner machte. Das Erfahrungswissen um die regionale Versorgungskultur ging damit verloren.

Keine Agrarreform und keine politische Maßnahme zur Ökologisierung und Landschaftspflege hat den Strukturwandel aufgehalten, wie die Situation in immer mehr Schwarzwaldtälern zeigt. Die in der Grafik angenommene Abflachung der Kurve bei der Zahl der Höfe bis 2030 hat nicht begonnen, weil die Regelungen zum Arten-, Klima-, Tier- und Umweltschutz die neuen Treiber des Strukturwandels sind. Die politischen Perspektiven für Berggebiete wie dem Schwarzwald wanken zwischen Wildnis und Freizeitpark.

Dennoch glauben wir, wir stehen an einem neuen Kipppunkt, wie ihn der Weltagrarbericht zeigt, den 2008 über 400 Wissenschaftler veröffentlicht haben. Denn die Versorgung in unserem Wirtschaftssystem überfordert Menschen, unser Klima und unsere Lebensgrundlagen. Zur nachhaltigen Sicherung der Welternährung macht der Weltagrarbericht folgende Kernforderungen:

Ernährungssouveränität statt Produktion für den Weltmarkt

Agrarökologie (standortangepasste Landwirtschaft) statt Ökostandards

Multifunktion statt Teilung in Schutz- und Nutzgebiete

Solidarische Strukturen statt globalem Wettbewerb

Unser Leitspruch dazu ist global denken – lokal handeln – denk an die Deinen – aber handle universell, wo zu wir immer neue Gesprächspartner finden, wie im Archiv nachzulesen ist.

Wir denken global, weil der freie Weltmarkt unser Umfeld und auch die europäische Agrarpolitik bestimmt.  

Wir handeln lokal, weil jeder Hof und jede Region seine eigenen familiären, lokalen und kulturellen Bedingungen haben, deren Kreisläufe durch die global spezialisierte Arbeitsteilung und ihren Standards gefährdet sind.   

Wir denken an unser Kulturerbe, nicht nur wegen seinem regionalen Erfahrungswissen, sondern weil es uns Bodenhaftung und Identität bietet.   

Wir handeln universell, weil wir unsere Schwarzwaldhöfe als Lebensort sehen und seine multifunktionale Familienwirtschaft anpassungsfähig an neue Herausforderungen und gegen Krisen ist.

Impulse in diesem Sinne bietet uns die neue Studie aus den Alpenländern über die Chancen der Berglandwirtschaft                                                                                                                                                                                                                   

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