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Zwischen Mono- und Permakultur?!

Bei unserer Mitgliederversammlung haben wir auf das Jahr 2014 zurück geblickt, das die UNO zum Int. Jahr der bäuerlichen Familienwirtschaft erklärt hatte. Zwar ist der bäuerliche Familienbetrieb allenthalben vor den Karren des Fortschritts gespannt worden. Die Folgen dieses Fortschrittszwanges für die  bäuerlichen Familien blieben aber weitgehend tabu. Obwohl die Abhängigkeit von Direktzahlungen, verbunden mit dem Druck zur Standardisierung der Produktion für die Supermärkte und die gleichzeitige Kritik der Gesellschaft an dieser Art der  Landwirtschaft Bäuerinnen und Bauern zur Verzweiflung treibt. Während Tierwohl, Biodiversität und Bodenschutz immer mehr Unterstützer haben, herrscht der Glaube, dass Bauernwohl nur eine Frage des Gewinns sei.

In der Auseinandersetzung mit dieser Situation, sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass Bäuerinnen und Bauern selbst die Wahl haben zwischen drei Möglichkeiten:

  • sich vom Mainstream treiben lassen nach dem Motto „es geht nicht anders“  und immer mehr Stress für unsere Familien, Tiere, Pflanzen und Böden in Kauf nehmen?
  • auf die Politik hoffen und nach jeder Reform enttäuscht sein, weil ihre Regelungen fast immer hinter den Herausforderungen herhinken?
  • sich auf die Möglichkeiten unserer Schwarzwaldhöfe und eigene Ziele besinnen, um unabhängiger und resilienter (widerstandsfähiger) ein gutes zukunftsfähiges Leben einzuüben?

Weil es für den dritten Weg keine Rezepte gibt, sehen wir hier unsere Aufgabe im Aufklären über Folgen der Entwicklung und Möglichkeiten für eine andere Landwirtschaft. Dazu haben wir ein Netz mit  Querdenkern zwischen Wien und Pais geknüpft. Ronny Müller von der Permakultur Dreisamtal zeigte, dass sich auch in Nähe etwas tut. Permakultur ist auf Deutsch eine dauerhafte Kultur. Obwohl vor über 40 Jahren in Australien als Alternative zu Monokulturen entwickelt, ist sie hierzulande bis heute eher ein urbanes Thema. Dabei entsprachen Schwarzwaldhöfe bis vor wenigen Jahrzehnten der Permakultur.  Ronny Müller erläuterte, dass es sich um eine Kultur der Gestaltung handelt, die auf  Fehlerfreundlichkeit und  Multifunktionen baut. Ziel ist es, Landschaft und Menschen harmonisch zu verflechten. Bei einer Exkursion Ende August ins Dreisamtal wollen wir uns darüber weiter kundig machen.

Zwischen Mono- und Permakultur?!
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