Weiter so ist keine Option

weder für die Welternährung, wie die Weckrufe des Weltagrarberichts (2008) und der UN-Welthandels- und Entwicklungskonferenz UNCTAD (2013) aufzeigen. Mehr unter: www.weltagrarbericht.de

noch für die Schwarzwaldbauern, wie folgende Darstellung über die Entwicklung und den Trend der Landnutzung und der Zahl der Höfe einer typischen Schwarzwaldgemeinde zeigt:Wandel Landnutzung

Der in der Grafik aufgezeigte Trend des Strukturwandels bis 2030 ist in vielen Schwarzwaldtälern bereits Wirklichkeit. Der Schwarzwald wird nicht nur wegen unbefriedigender Preise zum Pflegefall, auch die politische Regelungswut unter dem Vorwand von Natur-,Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz nimmt immer mehr Schwarzwaldbauern den Sinn.

Agrarreformen und Diskussionen um eine Agrarwende haben den Strukturwandel zur Industriealisierung der Landwirtschaft nicht aufhalten können, weil sie die Lebens-gewohnheiten und Mächte unserer globalen Supermarkt-Kultur ignorieren. Wir denken weiter und wollen einen

 Kulturwandel statt Strukturwandel

 zum Guten Leben für Alle statt Gewinn für wenige Konzerne

Ernährungssouveränität statt Weltmarkt

Lokale Strukturen statt globaler Konkurrenz

Agrarökologie (naturgemäße Vielfalt) statt Ökostandards

Multifunktion statt Monokultur

Mehr im Beitrag_Bäuerliche Zukunft_3.2016

Ist freier Milchmarkt nachhaltig?

Die Einen freuen sich über das Ende der Milchquote, Andere befürchten verstärkte Preisschwankungen. Bei genauer Betrachtung kommt man an der Einsicht nicht vorbei, dass der freie Milch(welt)markt den Trend der Abkehr von einer naturgemäßen Milcherzeugung auf dem Grünland, wie im Schwarzwald, forcieren wird. Ist es aber nicht paradox, dass damit sich in Ackerbaulagen der Wettbewerb um Land von Teller, Tank und Trog verschärft und die natürliche Futtergrundlage der Milcherzeugung, die Wiesen und Weiden in den Bergen und Talauen, zum Pflegefall werden. Sollten wir nicht besser anfangen, über wirklich nachhaltige Milcherzeugung nachzudenken? Mehr: Aktuelles_Ostern_15

Langsamer – bunter – schöner

ist die Natur, die jetzt wieder blüht und wächst. Auch in fast jedem politischen Satz ist von Wachstum die Rede. Der Unterschied zwischen natürlichem Wachstum und dem von der Politik gemeinten Wirtschaftswachstum wird gern übersehen. Wirtschaftliches Wachstum ist in der Regel Umwandlung von Rohstoffen, die nicht nachwachsen nach dem Motto: größer – schneller – weiter. In der Natur wiederholt sich echtes Wachstum im Rhythmus der Jahreszeiten.

Die Landwirtschaft befindet sich im Spannungsfeld zwischen natürlichen Rhytmen und politischem Wachstumsdenken. Die naturgemäße Weidehaltung von Kühen ist deshalb im Schwinden. Es gibt aber auch Anzeichen aus der Gesellschaft zur Annäherung an die Natur. Ein neuer Trend zur Weide zeichnet sich ab, weil weidende Tiere auf Packungen niemand zufrieden stellen. Wir nehmen diesen Trend auf und laden herzlich ein zum

Weidegespräch am Freitag 6. Juni 2014 um 13:30 Uhr                                               auf dem Buckenbühlhof der Familie Schätzle in Vöhrenbach-Langenbach, Rappeneckweg 6.

Der alte Weidexperte Dr. Walter Dietl aus der Schweiz wird Rede und Antwort stehen zur Frage: Warum wächst auf unseren Wiesen und Weiden eigentlich – wo – was?

Mehr: Aktuelles_24 05 14

40 Jahre Österreichische Bergbauernvereinigung (ÖBV)

Die Österreichische Bergbauernvereinigung ÖBV-Via-Campesina ist für uns Vorbild und mit ihrer Zeitschrift Wege für eine Bäuerliche Zukunft Impulsgeber. Am 15. März waren wir zur 40-Jahrfeier eingeladen. Auch wenn aus heutiger Sicht vor 40 Jahren die Welt der Bergbauern und -bäuerinnen noch relativ heil war, waren es Weitsichtige, wie unser Freund Franz Rohrmoser aus Salzburg, die damals diese unabhängige Vereinigung für Berg- und Kleinbauern und -bäuerinnen geründet haben.

Mutig, unabhängig und kompetent bringt sie nicht nur die Gefahren der neoliberalen Entwicklung für Bäuerinnen und Bauern auf den Punkt, sondern zeigt regionale Alternativen zum globalen Einheitsbrei.

3 Aktivitäten sind mir bei der 40-Jahrfeier Wels/OÖ besonders aufgefallen:

  1. Die große Beteiligung von Jungen, wohl durch die Nähe zur UNI für Bodenkultur in Wien, sowie zu den globaliserungskritischen Gruppen  ATTAC und FIAN.
  2. Das einzigartige Bäuerinnenkabarret macht mit neuen Szenen Tabuthemen am Land transparent.
  3. Im Festvortrag hat der ehemalige Leiter der Bundesanstalt für Bergbauernfragen (eigentlich ein Kind der ÖBV) Leistungen, Strategie und Hintergründe der ÖBV-Via-Campesina beleuchtet:

Zum Festvortrag : 40 Jahre ÖBV_Festvortrag_Josef Krammer