Gedanken Frühsommer 2023

mit der politischen Heizwende ist das Problem in der Gesellschaft angekommen, was die Land-wirtschaft seit Jahrzehnten als Agrarwende erlebt. Nämlich gesetzliche Regelungen, die die kulturelle und soziale Situation übersehen. Verstärkt durch einen Wettbewerb zwischen EU, Bund, Ländern und Administrationen statt Integration. Dieselbe Politik  frönt dem freien Weltmarkt, wo die Billigsten mit geringsten Auflagen gewinnen. Pandemie, Ukrainekrieg und Inflation offenbaren die Abhängigkeiten. Noch wird in dieses Paradox zwischen planwirtschaftlichem Regelungswahn und freien Markt ver-schwiegen. Nicht nur die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft braucht den Wandel zu einem  Wirtschaftsmodell, das die ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen  zusammendenkt, wie es das Titelbild zeigt, Siehe auch: https://forumproschwarzwaldbauern.de/tag-des-baeuerliche-widerstandes/

Das Klima kann man nicht schützen                                                                                                                       mit dieser Aussage hat der ehemalige grüne Abgeordnete des Europäischen Parlaments und Berg-steiger Reinhold Messner in einem Maischberger-Interview Aufsehen erregt. Nicht weil er die Klimaerwärmung leugnet, denn die kennt er direkt vom Schmelzen der Gletscher in den Bergen. Sondern weil klar ist, dass die globale Erwärmung unsere schuld sei und wir den Verbrauch fossiler Brennstoffe als Ursache herunterschrauben können. Aber dabei würden die Probleme westlicher Demokratien offensichtlich. Weil es zu viel Verwaltung gebe, litten die Streitkultur und der Dialog. Dazu ein Lesetipp von ihm und seiner Frau: Sinnbilder – Verzicht als Inspiration für ein gelingendes Leben

Inflation

Lebensmittel gelten in den Nachrichten regelmäßig als die Preistreiber der Inflation. Weshalb eigentlich die Landwirtschaft davon profitieren müsste, wenn nicht Energie teurer geworden wäre, von der der Wirtschafts-stil von allen abhängig ist. Vielmehr ist die tiefgreifendere Folge der Inflation die Inflation der Marken. Denn trotz Beteuerungen greifen Menschen, wen sie für jeden Euro weniger bekommen, zum billigsten Angebot.  Und mit Billigangeboten werben Supermärkte, und Discounter aggressiver denn je. Auf der Strecke bleiben die regionalen Versorgungstrukturen. Doch die Politik debattiert um weitere Kennzeichnungen, anstatt für einen fairen Wettbewerb zu sorgen.

 

Weidegespräch                                                                                                                                                                       Der Schwarzwald war ein klassisches Weidegebiet. Doch mit dem Fortschritt hat sich die Art des Weidens  gewandelt. Der Strukturwandel drängt Weiden gar auf nicht mechanisierbare Flächen zurück. Wir erinnern deshalb an das von der kritischen Tierärztin Anita Idel herausgearbeitete Potential der Weiden:  https://forumproschwarzwaldbauern.de/grasland-hat-das-potential-fuer-den-kulturwandel/

 

Und wir fügen das Vorwort zur Neuauflage der Grünlandlehre von Prof. Klapp z.K. bei. Zwar fühlen sich immer mehr Kreise berufen, zum Klimaschutz neue Weideformen vorzuschlagen, wie  holistisches Weidemanage-ment oder mob grazing. Was daran neu ist  und was am jeweiligen Standort die wirklichen Herausforderungen des  Weidemanagement sind, wollen wir bei einem Weidegespräch vor Ort besprechen am Dienstag 13. Juni 2023 um 19.30 Uhr auf den Spittelhof in St.Georgen-Oberkirnach. Dazu laden wir herzlich ein.

Gedanken Frühsommer 2023
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