Einsam konkurrieren oder gemeinsam solidarisch wirtschaften?

Mit regional, Heimat und vom Bauernhof werben inzwischen alle Discounter und Supermärkte. Trotzdem läuft der Strukturwandel weiter, in dem Bauern, Metzger, Bäcker usw. der industriellen Ernährungswirtschaft weichen. Was bei Einzelbetrieben begonnen hat, entleert längst in Regionen wie dem Schwarzwald Tal um Tal.  Bei unserem Schwarzwaldbauerntreff am 17. November 2017 haben wir diesen Trend hinterfragt und den Eindrücken von der Infotour zur Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall gegenübergestellt.

In Hohenlohe ist es der BESH in 30 Jahren gelungen, die ganze Wertschöpfungskette von der Zucht über den Schlachthof bis zu Regionalmärkten in bäuerliche Hand zu bekommen. Damit bleibt der Gewinn, den sonst der Handel macht, bei den Bauern in Form besserer Erlöse. Erkannt wurde auch, dass  gemeinsame Organisation die Lebensqualität auf den Höfen verbessern würde, weil immer mehr Familien versuchen über Direktvermarktung ihre Situation zu verbessern und sich überfordern. Als Kern des Erfolgs der BESH wurde erkannt, dass ihre Produkte nicht austauschbar sind. Und dass Bauern damit  nicht gegeneinander konkurrieren, sondern als Gemeinschaft gegen den Marktdruck der Konzerne auftreten.

Wir fragen uns, warum diese eigenständige Entwicklung in Hohenlohe gelungen ist, während  derartige Versuche in anderen Regionen trotz politischer Förderung Strohfeuer bleiben.  Obwohl weniger günstige Regionen zum Überleben. Oberflächlich betrachtet liegt der Durchbruch der BESH in der Person des Gründers und seinem Organisationsgeschick. Er selbst nennt seine Strategie Solidarisches Wirtschaften. Vielleicht waren die Hohenloher Bauern durch ihre Erfahrungen mit den Zuckerrüben- und Schweinekonzernen schon frühen sensibilisiert, wer hinter der von der Politik geforderten Wettbewerbsfähigkeit steckt. Haben das Cäsarprinzip des Herrschen und Teilen der Konzerne verstanden und gemeinsam die BESH zum Gegenmodell entwickelt.

Die Grundüberlegungen zum Solidarisches Wirtschaften hat die Sozialwissenschaftlerin Stefanie Rößler abschließend erläutert. Ihre Vortragsfolien hier zum weiter studieren: SolidarischeÖkonomie_St.Rößler_171117_final